Eine Kaffeekolumne: Warum guter Kaffee nichts mit Hipstern zu tun hat

Seit Jahren gibt es eine sogenannte Kaffeebewegung - vornehmlich in Großstädten. Oft verschrien und belächelt. Der Kaffee dort sei überteuert und wäre statt individuell doch nur ein Einheitsbrei. Wer braucht zudem auch diese designten Coffeeshops mit Kaffeetrinkern, die eh nur so tun, als würden sie vor ihren Computer arbeiten. Na wer fühlt sich jetzt angesprochen?

Ich hingegen finde das toll - Barista sind für mich Künstler und ich liebe es ihnen bei Latte Art zuzuschauen. Da ich viel von Zuhause arbeite, bedeutet das, dass ich - bis auf meine Katze - den ganzen Tag alleine bin. Da kann einem schon mal die Decke auf den Kopf fallen und so ist ein Besuch im Café eine wunderbare Auflockerung.
Und damit man kein all zu schlechtes Gewissen haben muss, kann man den Kaffee vielleicht auch gleich noch mit einer Stunde arbeiten am PC verbinden. Win-Win-Situation quasi.

Doch ob Hipster oder nicht, guter Kaffee ist wie guter Wein. Entweder man ist bereit für guten Geschmack und Qualität etwas mehr auszugeben oder eben nicht. Eigentlich gilt das für alles im Leben - Denn ob Kleidung, Essen, Möbel, usw., wir sollten uns immer damit beschäftigen, was wir gerade konsumieren. 

Ich persönlich habe mich dafür entschieden anstatt Wein lieber Kaffee zu trinken und das auch nur, wenn dieser gut ist. Dafür gebe ich immer Monat gerne etwas mehr aus - sei es beim Lieblingsbarista gegen das Mittagstief, für frische Kaffeebohnen oder ein Date mit Freunden. Bei meinem Barista des Vertrauens weiß ich zudem, dass der Kaffee gerade frisch geröstet wurde und wo er her kommt. Und so ausgestattet, lässt sich auch daheim eine richtig gute Kaffeepause zelebrieren.

Manche sammeln Briefmarken und ich bin ständig auf der Suche nach schönem Kaffeezubehör. 
Aber um einen guten handgebrühten Filterkaffee zu machen (in der Szene nenn man ihn Pour Over Coffee) braucht man grundsätzlich erstmal nicht viel, man muss nur wissen wie es geht. Den richtig akkuraten 'Shit' überlasse ich allerdings lieber den Profi's (schaut zum Beispiel mal bei Coffeejnkie oder Coffeesomething vorbei), ich möchte euch hier nur eine erste kleine Einführung geben.

Für den Start brauch man eigentlich nicht viel. Ein ganz normaler Tassen-Filter reicht aus, heißes Wasser und eben guten Kaffee. Neben guten Kaffeebohnen (die wir immer direkt davor frisch mahlen), lege ich euch einen passenden Wasserkocher ans Herz. Denn jedes Mal wenn ich bei meinen Eltern versuche mir einen Kaffee aufzubrühen, ist das mit einem normalen Wasserkocher fast unmöglich. Es spritzt und man schafft es nicht wirklich gut zu dosieren. Ich hatte mir zum Beispiel beim Weihnachtsmann den elektrischen Wasserkocher von Hario gewünscht und liebe ihn. Wir hatten eh einen neuen Wasserkocher gebraucht und es gibt wohl keinen stylischeren, der zudem noch meiner Kaffeeleidenschaft zu Gute kommt.


How to start: 

01 Kaffeebohnen mahlen - nicht zu fein und nicht zu grob, ein mittlerer Mahlgrad eignet sich am besten

02 Wasser kochen. Dafür am besten immer frisches und kaltes Wasser (gefiltert wäre natürlich noch besser für den Geschmack) verwenden. Warmes Wasser könnte unter Umständen Metalle enthalten oder bereits abgestanden sein.

03 Den Kaffeefilter einsetzen und mit kochendem Wasser übergießen, um eventuelle Geschmacksstoffe zu entfernen, ebenso bietet es sich dabei an die Tasse oder die Kaffeekanne damit vorzuheizen.


Das Wasser nach dem Kochen etwa eine Minute ruhen lassen, damit es die richtige Temperatur hat. Ist es zu heiß, werden Bitterstoffe beim Kaffee frei gesetzt - ist es zu kalt schmeckt der Kaffee sauer.
Wer präzise sein möchte, benutzt Wasser mit einer Temperatur von etwa 92-96 Grad.

04 Jetzt das Kaffeepulver in den vorbereiteten und ausgespülten Filter geben. Hier scheiden sich die Geister. Es gibt die unterschiedlichsten Angaben - 60g auf 1L, 8-12g pro Tasse, 40g Bohnen auf 500ml. Ich habe für mich festgestellt, dass 2 Teelöffel Kaffeepulver pro Tasse für mich perfekt sind und dann spare ich mir das genaue Abmessen. (Ein gehäufter Teelöffel Kaffeepulver entspricht ca. 5 Gramm, aber auch hier hat ja jeder unterschiedlich große Teelöffel...)

05 Nun das Kaffeepulver leicht mit dem heißen Wasser bedecken und für 30-60 Sekunden quellen lassen (das sogenannte Blühen).


Danach könnt ihr in kreisenden Bewegungen den Kaffeefilter mit Wasser füllen. Am besten in kleinen Schritten und lieber etwas öfter nachgießen, als alles auf einmal.


Für die, die es interessiert:

Ich mag ebenso gerne meinen Kaffeefilterstand von Ouver Coffee - ein junges Unternehmen, welches ich letztes Jahr entdeckt habe und euch ebenfalls sehr ans Herz legen möchte. Während man mal gut und gerne einen dreistelligen Wert für einen solchen Stand hinblättert, ist dieser deutlich günstiger, nachhaltiger und es gibt ihn mittlerweile in unzähligen Varianten.

Die Glaskanne (zudem ein Glasfilter-Aufsatz gehört) gibt es sehr günstig bei Sostrene Grene. Kaffeekocher und manuelle Kaffeemühle ist jeweils von Hario.)


Wenn ihr noch mehr über Kaffee und die genauen Dosierungen erfahren wollt, empfehle ich euch den Brew Guide von Ouver Coffee oder die Anleitungen und Tipps von Coffee Circle. Meinen Kaffee kaufe ich ebenfalls dort sehr gerne und in der Röststätte.


Kommentare

  1. Liebe Claudi, wir sehen das mit dem Kaffeetrinken genauso wie du! Gut muss er sein, dafür darf er auch ein bisschen mehr kosten. Außerdem haben wir so ein ähnliches Teil, wie du und lieben es! :) http://www.cookingcatrin.at/pour-over-kaffee-mit-gewinnspiel/
    Schau mal vorbei!
    Redaktion cookingCatrin

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